Eine wichtige Unterscheidung (die Gedanken sind frei)

Ok, das ist mal eine hochtrabende wie nichtssagende Überschrift… worum es mir geht ist eine Sache, die in vielen Bereichen gilt und im Kern auf den so schönen wie viel zu oft gehörten Satz ‚Die Gedanken sind frei.‘ zu reduzieren ist. Anders formuliert: Taten sind strafbar, Gedanken nicht.

Somit ist auch die Pädophilie an sich nicht strafbar und weder kann, noch darf sie es je sein. Dass gleichsam das Ausüben dieser Neigung, sowie das Bereitstellen entsprechenden Materials für andere unter drakonischste Strafe gestellt gehört ist derart offensichtlich, dass ich diesen Satz effektiv nur als Deppen-Disclaimer hier hingeschrieben habe um nicht als Kipo-Befürworter verstanden zu werden. Gedanke und Tat sind eben nicht das Gleiche, anders als das gelegentlich mal so dargestellt wird. Jeder der mal an der Realität des sich-nicht-trauens gescheitert ist, egal wie groß die Begierde, wird mir da zustimmen. Dashier mag ein offensichtlicher Aspekt sein, aber ich denke, dass er in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich zuwenig beachtet wird.

Was daraus nämlich entsteht ist zum einen eine verquere Sicht der Dinge indem das Leid derjenigen, die ein solches (oder ähnlich geartetes) Bedürfnis haben, ignoriert wird und zum anderen ein unnötiges Gleichsetzen von sexueller Neigung/Orientierung mit der Ausübung derselben, was in einigen Fällen (etwa Pädophilie=Kindesmissbrauch) meines Erachtens nach fatal ist. Was nämlich getan werden müsste, in den Fällen wo die Ausübung unter Strafe steht, ist die Hilfe derjenigen, die ein solches Bedürfnis haben, es aber nicht ausleben dürfen. Ich habe nicht das psychologische Wissen und den Anspruch hier wissenschaftliche Erkenntnisse zu proklamieren, aber ich denke nicht, dass letztendlich sexuelle Neigungen ernsthaft therapiert oder gar geheilt werden können. Das gilt für Pädophilie ebenso wie für Heterosexualität, Exibitionismus und all die anderen. Was man aber tun kann ist, den Leuten zu helfen ihre Bedürfnisse zu kontrollieren. Das mag einige Leute nicht davon abhalten können die Triebe auszuleben, aber es kann und wird das Leid etlicher verringern. (Vermutlich sind das mehr als wir so wissen (wollen).) Und so ist diese Hilfe zur Selbsthilfe in Bereichen von Tabuthemen eine Sache, die natürlich am liebsten nicht wahrgenommen wird. Dementsprechend stiefmütterlich zeigt sich die Gesundheitspolitik gegenüber den wenigen vorhandenen Hilfestellen, wie etwa der Spiegel gerade schreibt.

Das ist so schade wie potentiell fatal.

(hier noch ein weiterer Spiegelartikel)

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5 Antworten zu “Eine wichtige Unterscheidung (die Gedanken sind frei)

  1. Interessant wie du Pädophilie, Heterosexualität und Exibitionismus in eine Zeile stellst. Weshalb sollte man Heterosexualität therapieren?
    Außerdem finde ich es bemerkenswert mit welcher Leichtigkeit du dahinstellst, dass es normal ist sich in Gedanken an Kindern zu vergehen. Natürlich sind diese Gedanken nicht strafbar, aber dennoch sind sie moralisch zu veurteilen. Lasst die Kinder doch einfach Kinder sein und macht nicht alles zum Objekt eurer Begierde. Das zumindest sage ich als Frau dazu.

    • Die Frage die ich mit dem Artikel gestellt haben wollte ist die, ob man die sexuellen Neigungen (jeglicher couleur, deswegen auch die Mainstream-sexualitat in der Aufzählung) an sich überhaupt therapieren kann. Warum man Heterosexualität therapieren sollte? Warum hat man das mit Homosexualität versucht? Weil es einem -warum auch immer- nicht in den Kram passte. Und wer kennt schon die Zukunft…

      (kleiner Disklaimer: ich habe keine der genannten Neigungen und fühle mich durchaus im heterosexuellen Bereich ganz wohl, nur im Missverständnissen vorzubeugen.)

      Ich persönlich bin der Meinung, dass man für seine sexuellen Neigungen und Vorlieben nichts kann, und die daraus folgenden Gedanken per se neutral sind(mangels eines bewussten Wollens), egal wie verwerflich ein Ausleben auch sein mag. Dementsprechend stellt sich mir die Frage, inwiefern Kinder (oder whatever) tatsächlich aktiv zu Objekten der Begierde gemacht werden, oder es nicht einfach sind, ohne bewusst Einfluss darauf nehmen zu können.

      Zugegeben, dass sind alles sehr theoretische Unterscheidungen, aber interessante und relevante, wie ich finde…

      • Man stellt nicht einfach nur Theorien auf, zuerst wägt man deren Nutzen ab. Ich kann auch eine theoretische Unterscheidung aufstellen zwischen den Marsmenschen, da gibt es die Grünen und die Gelben… Was hat eine solche Unterscheidung auf unwissenschaftlichem Boden für einen Nutzen? Gar keinen!
        Die Menschen sollten endlich die Verantwortung übernehmen, auch für ihre Gedanken! Schließlich ist der Mensch im Gegensatz zum Tier in der Lage dazu.

  2. Natürlich können wir uns auch über Marsmenschen unterhalten, kann bestimmt interessant sein.

    Dieser Blog heißt Meinungsproklamation und genau das spiegelt auch obiger Artikel wieder: es wird eine hochsubjektive Meinung/ Sicht der Dinge dargestellt, ohne Anspruch auf Richtigkeit, nur unter dem Label ‚ich denke, dass‘ (nicht: ich weis, dass…). Dementsprechend und in Anbetracht des Hinweises auf die Unwissenschaftlichkeit des Textes wäge ich nicht ab, welcher meiner Gedanken die Gesellschaft verändern wird. Ich schreibe Texte über Themen, die mich reizen (sehr gerne auch ein klein wenig gegen den Mainstream), was die Gesellschaft dann daraus macht, ist nur noch bedingt meine Sache.
    Wenn du an diesen Gedanken Anstoß nimmst, habe ich immerhin das Ziel erreicht, dass sich mit dem Thema auseinander gesetzt wurde (hoffentlich), was immerhin etwas ist.

    Was mich im Fall obigen Themas interessiert hat, war die bereits genannte Frage der Verantwortlichkeit für die eigenen Triebe (ein Thema, wo niemand absolut objektiv sein kann, ich bin da von meinem Hintergrund genauso beeinflusst, wie du von deinem). Ich bin gerne bereit, mich fundiert widerlegen zu lassen. Was mich aber wirklich stört, ist das Leid all derjenigen, die mit solchen Trieben gestraft sind, und denen -warum auch immer- nicht geholfen wird. Da hat der Spiegel im Tenor seiner Artikel m. E. durchaus recht.

    Es mag sein, dass der Mensch für seine bewussten Gedanken verantwortlich ist, und sich selbst erziehen kann. Nur ist eben Sexualität ein Bereich (der Einzige?), in dem wir Menschen, zumindest in der generellen Ausrichtung/Grundfragen, höchst irrational, geradezu affektiv, handelt. (ich kann hierzu nur die theoretischen Bereiche des Buchs ‚the Ethical Slut‘ von Easton und Hardy empfehlen) Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären, m. E..

    Ich bitte um umfangreiche Antwort.

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